Stell dir vor …
Du musst gleich einen Vortrag halten, aber du hast nur 25 Minuten Zeit zur Vorbereitung. Ziemlich krass, oder?
Genau das ist mir letztens während der Quality-Trainer-Ausbildung der Workshop Academy by Daniela Reuter passiert. Und plötzlich waren sie da: meine alten Glaubenssätze.
„Ich darf keine Fehler machen.“
„Alles muss perfekt sein.“
„Ich will niemanden enttäuschen.“
“JETZT kommt raus, dass ich eigentlich überhaupt keine Ahnung habe.”
Mein innerer Kritiker war hellwach, mein Impostor-Syndrom auf Sendung. Ich dachte wirklich kurz daran, Internetprobleme vorzutäuschen oder die Geschichte vom nicht vorhandenen Hund, der meine Notizen gefressen hat, zu erzählen …
Mein Herz raste, meine Atmung wurde flach, mein Kopf leer.
Blackout.
Kennst du solche Momente?

Was da passiert ist und warum es keine Schwäche ist
Das, was da in mir passiert ist, ist keine persönliche Schwäche, sondern eine ganz normale Reaktion meines Körpers:
Er hat auf eine stressige, ungewohnte Situation reagiert und ist in den Kampf- oder Fluchtmodus gesprungen.
In diesem Modus wird das Nervensystem auf Alarm geschaltet.
Der Körper flutet dich mit Adrenalin und Cortisol.
Dein Herz schlägt schneller.
Deine Atmung wird flacher.
Die Muskeln spannen sich an.
Und all das passiert vollkommen automatisch, weil unser Körper auf Überleben programmiert ist. Diese Reaktion war schon in der Steinzeit überlebenswichtig. Wenn plötzlich ein gefährliches Tier aus dem Gebüsch auftauchte, musste der Körper innerhalb von Sekunden entscheiden:
Kämpfen oder fliehen?

Unser moderner Alltag: Dauerstress ohne Ausgleich
Das Problem:
Heute stellen wilden Tiere kaum noch eine Gefahr für uns dar, aber unser Nervensystem reagiert auf Situationen, die uns stressen, immer noch genauso. Diese Situationen können bei jedem anders aussehen: Termindruck, Vorträge, Deadlines, Konflikte oder eigene Ansprüche.
Wenn regelmäßige Entspannungspausen fehlen und wir nicht „einfach mal abschalten„, bleiben wir in diesem Alarmzustand hängen.
Wir fühlen uns dauerhaft angespannt, unkonzentriert und es fällt uns schwer, die Situation souverän zu meistern.
Aber es gibt gute Nachrichten!
Eine SOS-Übung für akute Nervosität & Anspannung
Mit deiner Atmung hast du ein unglaublich wirksames Werkzeug, um dein Nervensystem zu beruhigen und aus diesem Alarmzustand wieder herauszukommen.
Atemübungen, wie die 4-6-8-Atemübung, wirken oft einfach, du kannst sie fast überall anwenden und sie sind unglaublich effektiv.
Und je öfter du sie anwendest und in ruhigen Momenten übst, desto besser helfen sie dir auch in akuten Stresssituationen.
Die Übung: 4–6–8-Atmung
So geht’s:
- Setz dich bequem hin.
- Schließ die Augen, wenn du magst.
- Atme 4 Sekunden lang durch die Nase ein.
- Halte deinen Atem für 6 Sekunden und bleibe möglichst entspannt.
- Atme 8 Sekunden lang durch den Mund aus.
Wiederhole diese Schritte 3 bis 5 Mal in deinem eigenen Tempo.
🧘♀️ Du wirst spüren, wie dein Herzschlag langsamer wird, deine Gedanken klarer und du wieder mehr bei dir ankommst.
Erlaube dir, unperfekt zu sein
Und noch etwas Wichtiges:
Du musst nicht perfekt sein.
Du darfst Fehler machen. Du darfst nervös sein. Du darfst wachsen.
Denn genau darin liegt deine Besonderheit!
Und: Je öfter du diese Übung machst, je öfter du dich aus deiner Komfortzone traust, desto besser wird es dir gelingen, auch in herausfordernden Situationen ruhig zu bleiben.
Deine Caroline 🌻